Agile Führung
Q&A

Was ist agile Führung?

This is an abstract.

Agilität braucht Führung und wirkt sich gleichzeitig auf alle Mitarbeiter und Führungskräfte sowie deren Verhalten aus. Agile Führung ist darauf ausgerichtet, positive Veränderungen in der Organisation herbeizuführen, indem Agile Führungskräfte dabei helfen, das für Sie passende agile Führungsmodell zu übernehmen.

Wozu? Um mit den sich rasch ändernden Anforderungen Schritt zu halten!

Führungskräfte sind heutzutage bestrebt, mit den sich rasch ändernden Geschäftsanforderungen Schritt zu halten, und müssen erkennen, dass eine schnelle Anpassung für ihren Erfolg entscheidend ist. Sie müssen ihre Rolle als Führungskraft, ihre Beziehung zu ihren Mitarbeitern und die Kultur ihres Unternehmens neu überdenken.

Führung in Agile Lean Umgebungen setzt ein neues Führungsverständnis voraus.

Eine gute Zusammenfassung der X-Y Theorie von Douglas McGregor findet sich im Buch von Ulf Brandes: „Management Y: Agile, Scrum, Design Thinking & Co.: So gelingt der Wandel zur attraktiven und zukunftsfähigen Organisation“, Campus, 2014, Seite 22ff. Hieraus wurde auch die Grafik entnommen.


Gegenüberstellung von Theorie X und Theorie Y

Agilität braucht eine Umgebung, in der intrinsische Motivation gefördert wird.

Der Glaubenssatz der Theorie Y sagt, dass der Mensch von Natur aus ehrgeizig ist und seinen Beitrag zu etwas leisten möchte. Er ist nach der Theorie Y intrinsisch motiviert. Er kann sich selbst organisieren und legt sich zur Erreichung sinnvoller Ziele selbst Disziplin und Kontrolle auf. Er sieht Arbeit als Quelle der Zufriedenheit und hat Freude an seiner Leistung.

Der Gegenpol ist eine Umgebung, in der die Theorie X - bewusst oder unbewusst – gefördert wird. Der Glaubenssatz hier ist, dass der Mensch von Natur aus faul ist und versucht, der Arbeit so gut es geht aus dem Weg zu gehen. Der Mensch ist nach der Theorie X extrinsisch motiviert. Er ist durch Vorgaben zu führen und durch entsprechende Maßnahmen zu belohnen beziehungsweise zu sanktionieren.

Agile Führung bedeutet, dass ich einen Rahmen schaffe, der auf die Ideen der Theorie Y einzahlt.

Agilität bedeutet eine Organisation nach Y Prinzipien zu gestalten – und X-Techniken loszulassen. Dies erfordert Vertrauen, Mut und Weitsicht. Deshalb ist Agilität leicht verständlich, aber herausfordernd in der Umsetzung.

Agile Führung bedeutet Ausrichtung und Rahmen bereitzustellen, damit Autonomie möglich wird.

Autonomie und gemeinsame Ausrichtung werden oft als Gegensätze wahrgenommen. Tatsächlich braucht Autonomie aber Ausrichtung und Rahmen, um wirksam werden zu können. Die Kunst besteht darin, in einer agilen Organisation für eine Führung zu sorgen, die Ausrichtung und einen organisatorischen Rahmen bereitstellt, in dem eine Autonomie möglich wird, die auf ein gemeinsames Ziel einzahlt. Chaos und Anarchie sind übrigens das Gegenteil von Agilität – wenn auch ein gerne genutztes mutwilliges Missverstehen.

Führungsaspekte Ausrichtung, Autonomie und Rahmen



Wenig gemeinsame Ausrichtung und wenig Autonomie.

Dies ist eine Mikromanagement-Kultur mit viel ad-hoc-Aufgaben. Sie ist ineffizient, weil unterschiedliche Teams andauernd in verschiedene und wechselnde Richtungen laufen.


Wenig gemeinsame Ausrichtung und viel Autonomie.

Hier macht jedes Team was es will. Eine schwierige Aufgabe für Führungskräfte, die nur hoffen können, dass das Richtige geschieht.


Viel gemeinsame Ausrichtung, aber wenig Autonomie.

Dies ist die Top-Down Kultur, in der Ziele und Weg vorgegeben werden. Dies bedeutet viel Arbeit für Führungskräfte.


Viel gemeinsame Ausrichtung und viel Autonomie.

Dies ist das Ziel bei einer Lean-Agile Organisation: Gemeinsame Ausrichtung über Vision und Ziele bei gleichzeitiger Autonomie über den Weg.

Eine Agile Führungskraft braucht neue Instrumente zur Führung

Die „Y Grundhaltung“ und der Bedarf einer agilen Organisation an Ausrichtung und Rahmen braucht passende Instrumente zur Führung. Die vier Prinzipien von Lean Management sind eine hilfreiche Richtschnur für die Führung in einer agilen Organisation.



Führungsinstrumente nach den Lean Leadership Prinzipien

Es ist unserer Meinung nach die Aufgabe einer agilen Führungskraft, diese Prinzipien im Alltag zum Leben zu bringen. Dies bedeutet auch ein eigenes Repertoire an Techniken entwickeln.

Die Gewaltenteilung fördert die Führung

Gewaltenteilung ist eine Technik, welche die drei Führungsaspekte Ausrichtung, Rahmen und Autonomie trennt. Dadurch wird erreicht:

  • ein klarerer Fokus

  • bessere Entscheidungen durch wechselseitige Verantwortung

  • Verlagerung von Entscheidungen und Steuerung so nah wie möglich an die Stelle der Ausführung, um Geschwindigkeit zu gewinnen.


Klassische Organisationen mit einem Weisungsgeber haben immer die Herausforderung, dass die Organisationsstrukturen mit einer Bündelung der Verantwortung auf eine einzige Person (Weisungsgeber) arbeitet. Eine Gewaltenteilung kann dann nicht abgebildet werden, und neue Führungsrollen (wie z. B. der Scrum Master in Scrum) bleiben undokumentiert, kastriert und unattraktiv.

Eine der wichtigsten Schritte in einer agilen Transformation ist daher, die Gewaltenteilung in der Führung zusammen mit HR offiziell abzubilden. Damit werden die Rollen agiler Organisationsstrukturen transparent gemacht, ernsthaft ermächtigt und nachhaltig etabliert

Ihr Experte für Agile Führung:

Frank Eberhard

wibas GmbH

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