Ein großer Raum, in dem mehrere agile Teams zusammen planen
Q&A

Was ist SAFe?

This is an abstract.

Das Scaled Agile Framework – SAFe – ist ein skalierbares und konfigurierbares Rahmenwerk, das ermöglicht, mit mehreren Teams bzw. in der gesamten Organisation, agil zu arbeiten. 

SAFe ist der „Brockhaus“ von Lean & Agile Methoden

Das Scaled Agile Framework ist eine Sammlung vieler agiler Muster und Methoden, sozusagen der „Brockhaus“ der Lean & Agile Methoden. Der große Mehrwert von SAFe liegt darin, dass es Möglichkeiten aufzeigt, wie sich die verschiedenen agilen Methoden, Frameworks und Techniken zusammenzufügen lassen, um eine lean & agile Organisation zu gestalten. So sind in SAFe unter anderen enthalten: Scrum, Kanban, agiles Programm Management, Lean & Agile Portfolio, Design Thinking und Lean Startup. SAFe adressiert alle Ebenen einer agilen Organisation, vom Team über Multi-Teams (Agile Release Train bzw. ART), Multi-ARTs, bis hin zum Portfolio. Neben den agilen Frameworks bietet SAFe in vielen Artikeln auch Umsetzungshinweise und Techniken (wie z.B. für das Schätzen). SAFe basiert auf Lean, Agile, DevOps und Systems Thinking.

SAFe ist kein Blueprint; SAFe kann man nicht einfach ausrollen

SAFe ist mit seiner Sammlung von Rollen, Artefakten, Abläufen und Techniken zur Gestaltung einer Lean & Agilen Organisation hilfreich. Als „Brockhaus“ der Agilität kann man SAFe aber nicht ausrollen. Um SAFe sinnvoll einzusetzen, muss man aus der Fülle der Muster erst das heraussuchen, was für die eigene Organisation nützlich ist. Aus diesen Bausteinen muss man dann ein Design für die eigene Organisation gestalten. Und darauf wiederum kann man dann eine agile Transformation aufbauen. Der Vorteil dieses Vorgehens ist, dass man sich auf bewährte Muster stützt.

Eine Grafik, die die „Essential“ und die „Portfolio“ Ebene vom Scaled Agile Framework (SAFe) zeigt.

Bitte nicht: „Wir machen jetzt SAFe“

Ein häufiger Fehler besteht darin, dass SAFe nicht als Mustersammlung bzw. als Brockhaus verstanden wird, sondern als „ready-to-wear“ Framework für die agile Transformation. Wenn man versteht, dass SAFe ein Brockhaus ist, wird schnell klar, dass ein Rollout davon keine gute Idee ist. Zum einen ist in SAFe viel zu viel drin (auch wenn jeder Artikel im Brockhaus der Agilität nützlich ist), und zum anderen reicht der einzelne Brockhaus-Eintrag (bzw. SAFe-Artikel) auch nicht, um ein Thema in der Tiefe zu verstehen. So gibt es in SAFe zwar einen Artikel zu Kanban, dieser ersetzt aber nicht die Literatur und das Wissen um Kanban.

Bitte ja: „Wir erfinden das Rad nicht neu“

Der große Vorteil von SAFe ist, dass wir das Rad nicht erfinden. In vielen Jahren haben viele Menschen Wissen und Erfahrungen mit Lean & Agile gesammelt – und in Mustern zusammengestellt, was gut miteinander funktioniert. Diese Muster sind wertvolles Wissen, das es einem erspart, bei Adam und Eva anzufangen. Die Muster ersetzen aber nicht, und sie verkürzen auch nicht, die Zeit einer agilen Transformation und das darin enthaltene Lernen und Praktizieren.

Vier Konfigurationen von SAFe

Es gibt vier Konfigurationen für unterschiedlich umfangreiche Anwendungsfälle (Essential, Large Solution, Portfolio, Full). Die beiden wichtigsten stellen wir kurz vor.

Essential SAFe

Die kleinste Konfiguration, „SAFe Essential“, umfasst die Ebenen "Team" und "Programm". In SAFe® organisieren sich die Teams mit Scrum und/oder Kanban. Gemeinsam arbeiten die Teams in einem agilen Programm – dem Agile Release Train (ART) – zusammen. Ein ART besteht aus 50 – 125 Teammitgliedern in 5-12 Teams. Diese sind für die gesamte Entwicklung und Wertschöpfung eines abgrenzbaren Produkts verantwortlich. Die Teams arbeiten in den aus Scrum bekannten Sprints (in SAFe „Iterationen“ genannt). SAFe empfiehlt eine Länge von zwei Wochen je Iteration. Der gesamte ART hat einen Takt von vier bis sechs Iterationen, also von 8 – 12 Wochen, die ein Program Increment (PI) ergeben. Das PI ist der Kern von SAFe und das PI-Planning ist das zentrale Ereignis für den Start eines PI-Zyklus'. Beim PI-Planning kommen alle Mitglieder des ARTs zusammen, um sich zu synchronisieren und gemeinsam zu planen. Auf der Ebene des ARTs gibt es das Product Management (PM). Dies ist das Pendant zu den Product Ownern auf Teamebene. Das Product Management ist u.a. dafür verantwortlich dafür, dass an den richtigen Sachen gearbeitet wird. Es stimmt sich mit den Product Ownern und den Architekten darüber ab, welche Features als nächstes umgesetzt werden. Das Product Management teilt sich die Umsetzungskapazität des ARTs mit den Architekten, die Architektur-Features definieren, um die technischen Fähigkeiten des ARTs aufrecht zu erhalten und auszubauen. Die Zusammenarbeit im ART wird durch den Release Train Engineer gefördert. Dieser ist für die ART-Ebene das Pendant zum Scrum Master auf Teamebene.

Full SAFe

Die größte Konfiguration ist "Full SAFe" mit den Ebenen Team, Programm, großes Programm und Portfolio. Full SAFe beschreibt agiles Arbeiten für große Organisationen und berücksichtigt auch strategische Planung und Finanzierung. Das Ziel von Full SAFe ist – ausgehend vom Erfolgsmodell eines ARTs – agile Muster für Unternehmen oder Institutionen bereitzustellen. Die Ebene für ein großes Programm (Large Solution) fügt mehrere ARTs zu einer gemeinsamen Einheit zusammen. Auf diese Weise können mehrere hundert Menschen an einem integrierten Ergebnis arbeiten. Auf der Portfolioebene wird aus den strategischen Themen ein Portfolio abgeleitet, das in einem umfangreichen Kanban-Prozess die Umsetzung großer Aufträge (Epics) in Fluss bringt und finanziert. Die Epics werden von Programmen (oder großen Programmen) umgesetzt.

Safe Implementation Roadmap

Die SAFe Implementation Roadmap ist ein bewährtes Vorgehen zur nachhaltigen Einführung von SAFe. Die Roadmap besteht aus 12 aufeinander folgenden Schritten und enthält unter anderem wichtige Change-Prinzipien. Am Beginn der Entscheidung für SAFe steht eine attraktive Vision oder eine dringende Notwendigkeit, um das initiale Momentum für die Veränderung zu schaffen. Danach folgt die Einführung des ersten ARTs. Ist der erste ART erfolgreich aufgegleist, können nach und nach weitere ARTs, bei Bedarf die Large Solution und zuletzt das Portfolio-Level, realisiert werden. Damit ist dann Full SAFe – die agile Organisation – umgesetzt. Eine Koalition von in SAFe-qualifizierten Unterstützern, die Lean-Agile Change Agents, dienen bei dem gesamten Prozess als Unterstützer und Multiplikatoren. Ganz der agilen Idee entsprechend ist dieser Prozess niemals abgeschlossen, SAFe nennt dies deshalb „relentless improvement“.

Der mensch Für alle Fragen rund um SAFe:

Malte Foegen

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