Archiv der Kategorie: Allgemein

Das Meeting – ein Organisations-Bug

Du hast zu viele Meetings im Kalender und weißt nicht mehr, wo dir der Kopf steht? So geht es vielen.
Und die schlauen Ideen für bessere Meetings helfen gar nicht? Das kann ich gut nachvollziehen.

Ich schlage dir vor, ein Meeting wie einen Fehler zu behandeln, wie einen „Organisations-Bug“, und daran zu arbeiten, das Meeting zu beseitigen – statt es zu verbessern.
Einen Softwarebug wollen wir nicht optimieren, sondern an der Ursache packen und für die Zukunft verhindern. Das sollten wir auch mit Meetings anstreben. Viele von ihnen entstehen nämlich in Folge von Fehlern beim Organisieren von Arbeit.

Natürlich gibt es sinnvolle Zusammenkünfte. Das agile Arbeiten sieht mehrere davon vor: Ein Team erzeugt aus einer neuen Aufgabe in einem kreativen Prozess eine neue Lösung. Ein Gremium wählt aus verschiedenen Handlungsoptionen per Entscheidung eine Option aus. Wir kommen alle zusammen, weil Informationen verteilt, oder Meinungen eingeholt werden sollen. Und wir wollen als soziale Wesen gerne in Kontakt mit den anderen Menschen sein. Das ist völlig in Ordnung. Diese Treffen nenne ich hier Arbeitsmeetings.

Aber sonst? Die vielen Abstimmungs-, Koordinations-, „Wir setzen uns mal zusammen“- und „nächste Woche machen wir weiter“ – Meetings braucht es nur, weil jemand etwas tun soll oder will, was er nicht kann, nicht darf oder sich nicht traut. Denn sonst könnte er/sie es ja einfach tun. Der Fehler liegt offenbar im Auftrag, im Ziel, in der Fähigkeit oder in der Befugnis.

Ein solches nicht-Arbeitsmeeting ist ein Hinweis, dass etwas Ungeregeltes zu regeln ist. Es ist ein Bug in der Organisation aufgetreten. Man dachte, dass alles klar sei, das ist es aber offenbar nicht. Jemand kennt die Richtung nicht, kann die Aufgabe fachlich nicht erledigen, oder darf es nicht. Also müssen die Regeln angeschaut und angepasst werden.

In Organisations-Deutsch kann man sagen, dass die „AKVs“ (Aufgabe, Verantwortung, Kompetenz) nicht zusammenpassen. Denn sonst könnte ein Mensch die Aufgabe schlicht erledigen: Er weiß, was er soll; darf, was er braucht; und kann, was er muss.

Der Ansatz zur Lösung liegt darin, die Ursachen in den Regeln und Rahmenbedingungen zu ergründen:

Ist die Richtung klar?

Ist der Auftrag präzise?

Passen die Fähigkeiten?

Reichen die Befugnisse?

Wie steht es um die Traute?

Wer die Fragen aufrichtig beantwortet, kommt auf ganz andere Suchräume für die Lösungen, und muss vermutlich kein „Folgemeeting“ einberufen:

Da braucht jemand Orientierung oder Info über Prioritäten,

braucht Hilfe beim Klären des Auftrags oder der Anforderung,

braucht Unterstützung beim Aufbau von Fähigkeiten,

braucht andere Befugnisse und Entscheidungskompetenzen,

oder braucht Zuspruch, um sich zu trauen.

Und schon riecht es nach Führungsarbeit. Denn die aufgeführten Fragen sind von denjenigen Rollen zu beantworten, die die Arbeit von und für andere organisieren. Das sind die Vorgesetzten, Führungskräfte, Product Owner, Team Leads, Scrum Master, usw., usf. Wer sich die Mühe der Führungsarbeit spart, seine Leute bestmöglich mit Orientierung, Auftrag, Fähigkeiten, Befugnissen und Traute auszustatten, verursacht Meetings. Wer die Mitarbeitenden nicht entwickelt, nötigt sie in Meetings, die ihnen die Kalender vollmachen und die sie vom Arbeiten abhalten. Das kann man den Mitarbeitenden vorwerfen, aber Schuld sind sie nicht.

Eine Organisation, die insgesamt unter der Last der vielen Meetings leidet, schiebt eine technische Schuld an Organisations-Bugs vor sich her. Haben sich erst einmal alle Mitarbeitenden mit den unklaren Zuständen arrangiert, setzt sich der Meetings-Missstand fort. Niemand kann sich leisten, irgendwo zu fehlen.

Es ist eben wie bei einer Software, die „buggy“ ist: Alle organisieren sich dann aufwändig um die Fehler herum und halten das irgendwann für normales Leiden.

Wer viel „meeten“ muss, ist offenbar schlecht organisiert.

Foto von unsplash.com by rodeo-project-management-software

Karte der Veränderung – Orientierung bei Veränderungen

Was gehört alles zu einer erfolgreichen Veränderung dazu? An was muss ich denken? Mit der Karte der Veränderung geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Elemente einer erfolgreichen Organisationsveränderung. Wir haben dazu die Begriffe aufgezeichnet und zueinander in Beziehung gesetzt. Auch wenn die Karte mit einem Augenzwinkern gestaltet ist, so ist es dennoch eine ernstgemeinte Topologie der zentralen Begriffe einer erfolgreichen Prozessverbesserung. Sie bereitet die Erfahrung vieler erfolgreicher Prozessverbesserungsprojekte, die wibas mit seinen Kunden durchgeführt hat, graphisch auf.

Wie setzen Sie Veränderungen und Verbesserungen in Ihrer Organisation systematisch und nachhaltig um? In der Schulung zur Karte der Veränderung lernen Sie die Methoden und Techniken.

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Ikigai – noch so ein japanisches Wort

Als wir zu unserem Beitrag zu Motivation gebrainstormt haben, sind wir über ein Wort gestoplert: Ikigai. Beim Recherchieren und Schreiben wurde der Absatz zu Ikigai immer länger und länger. Deshalb kommt hier ein extra Beitrag zu noch so einem japanischen Wort und was es damit auf sich hat.

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Motivation

Was ist das überhaupt?

Um das zu erklären, haben wir Motivation im Folgenden einmal aus einer wissenschaftlichen Perspektive betrachtet.

Motivation wird durch verschiedene Prozesse aktiviert. Es gibt unterschiedliche Modelle, die beschreiben, wie diese Prozesse in Gang gesetzt werden. Der bestimmende Faktor ist hierbei jeweils ein anderer. Es handelt sich beispielsweise um Bedürfnisse, Strebungen oder Wünsche, die im täglichen Leben vorkommen können.
Beispiel: Wir wollen etwas essen, gut aussehen, pünktlich zur Arbeit erscheinen, Zärtlichkeit erfahren, …

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SAFe und OKR kombinieren

Das Scaled Agile Framework (SAFe) hat sich zum De-facto-Standard für die Skalierung der agilen Produktentwicklung entwickelt. OKR (Objectives and Key Results) hat sich als Technik für die Formulierung von Zielen etabliert. Da Ziele eine wichtige Rolle in der Produktentwicklung spielen, möchten wir in diesem Artikel die Rolle von OKRs in SAFe beleuchten.

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Innere Wachstumsprozesse als Teil gelingender Transformationen

Oder: was passiert, wenn wir äußere Strukturen lösen?

Veränderungsinitiativen beschreiben häufig, wie äußere Strukturen und Prozesse sich verändern sollen. Das ist aber nur die „halbe Miete“: Für eine gelingende Transformation braucht es neben den äußeren Veränderungen Arbeit an den inneren Strukturen. Dieser Artikel erklärt, warum das so wichtig ist und wie wir den inneren Veränderungen mehr Raum geben können.

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Agiles Arbeiten und Positivität im Coaching

Tränen der Erleichterung und Freude, sich selbst in einem positiven Licht zu sehen und sich dadurch noch mehr so anzunehmen wie man ist. Das waren die Reaktionen auf unsere Coachings mit den Agile Mastern. Wir haben unsere Erkenntnisse der Positiven Psychologie mit agilem Arbeiten im Coaching verheiratet. Und die Reaktion der Coachees ist Bestätigung genug, dass wir genau auf dem richtigen Weg sind…

Unsere persönliche Reise

Der Aufbruch in dieses Coaching-Angebot beginnt 2019 mit einem Kongress. Thema: Positive Psychologie und die Zukunft der Gesellschaft. Ort: Bregenz. Veranstalter: Seligman Europe und die Akademie für Kind, Jugend und Familie. Seit 2009 läuft die „Positive-Psychologie-Tour“ mit Martin Seligman, dem Gründungsvater der Positiven Psychologie. Dieser Teilbereich der Psychologie beschäftigt sich mit der Kraft der Positivität. Es geht darum Kompetenzen und Stärken bei Menschen sichtbar zu machen, damit Entwicklungs- und Veränderungsprozesse erfolgreich sind. Die Positive Psychologie ist in vielen Bereichen einsetzbar: Erziehung, Business- und Persönlichkeits-Coaching, Therapie, Gesundheit usw.

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Zufriedenheit zaubern – Was braucht es, damit es Menschen in Organisationen gut geht?

Neulich in einem kleinen mittelständischen Unternehmen…

Kurzes Aufatmen im Sommer 2020 zwischen Lockdown und Lockdown. Unter Einhaltung aller Hygieneregeln nutzt das Unternehmen wibas im August die Zeit für interne Zusammenarbeit und Weiterbildung – echt physisch im Hygiene-Abstands-Büro. Abends treffen wir uns gemeinsam im Freien zum Grillen. Alle wissen: Diese besondere Zeit macht den Menschen auf ganz unterschiedliche Weise zu schaffen. Manche von uns sind einfach nur genervt von Maske und Abstand. Andere sind frustriert, weil persönliche Pläne nicht verwirklicht werden können – vom Urlaubziel bis zum gewohnten Hobby.

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Priorisieren und richtig Nein sagen – Ein Erfahrungsbericht

In einem unserer letzten Artikel sind wir näher auf die Erfolgsgeschichte unseres Service Teams eingegangen. Heute möchten wir Euch Einblicke in einige Learnings des Teams verschaffen: Mit wachsenden Aufgabenbereichen musste das Team lernen, was es heißt zu priorisieren und Nein zu sagen. 

Neben der täglichen Arbeit gab es für das Team auch allerlei weitere Aufgaben zu erledigen. Dazu kamen noch Anfragen von Mitarbeitenden und Kunden – Aufgaben und Anfragen die so nicht einplanbar waren. Die schiere Menge dieser unplanbaren Dinge führte bald dazu, dass das Team mit der täglichen Arbeit nicht hinterherkam.

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Der neue Scrum Guide 2020

Es gibt einen neuen Scrum Guide herausgegeben durch die beiden Erfinder von Scrum: Ken Schwaber und Jeff Sutherland. Das ist die zweite Überarbeitung seit dem ersten Erscheinen im Jahr 2010.

Wir haben uns den neuen Scrum Guide im Detail angeschaut und möchten hier auf die wesentlichen Neuerungen aus unserer Sicht eingehen. Diese Interpretation ist unsere Sicht der Dinge und wir freuen uns darauf das mit Dir zu diskutieren. Was bedeuten die Neuerungen für Dich?

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