Der neue Scrum Guide 2020

Es gibt einen neuen Scrum Guide herausgegeben durch die beiden Erfinder von Scrum: Ken Schwaber und Jeff Sutherland. Das ist die zweite Überarbeitung seit dem ersten Erscheinen im Jahr 2010.

Wir haben uns den neuen Scrum Guide im Detail angeschaut und möchten hier auf die wesentlichen Neuerungen aus unserer Sicht eingehen. Diese Interpretation ist unsere Sicht der Dinge und wir freuen uns darauf das mit Dir zu diskutieren. Was bedeuten die Neuerungen für Dich?

Zurück zur Einfachheit

Der neue Scrum Guide ist einfach zu lesen. Er ist knapp und präzise formuliert, enthält wenig Vorschriften. Komplexe Beschreibungen zu Vorgaben und Techniken sind weggefallen. Dafür gibt es ein Rückbesinnen auf die Scrum Werte und einen Fokus weg vom WIE hin zum WARUM?

Blick auf das Große Ganze statt auf die Einzelteile

Das Scrum Team und seine Commitments stehen im Vordergrund. Um der Komplexität in der digitalen Welt zu begegnen ist der Schlüssel Empirismus und Lean Thinking. Scrum baut darauf auf. Wir lernen über Erfahrungen und über kontinuierliches Inspizieren und Anpassen. Dafür braucht es Transparenz. Diese drei Elemente bilden das Fundament von Scrum.

Das Produktziel ist jetzt definiert. Und in jedem Sprint gibt es einen konkreten Fortschritt in Richtung Erreichung des Produktziels.

Das Scrum Team verpflichtet sich darauf das Ziel zu erreichen und sich gegenseitig dabei zu unterstützen. Das Scrum Team ist cross-funktional, das heißt die Mitglieder haben alle notwendigen Fähigkeiten, um jeden Sprint Wert für den Kunden zu liefern. Sie sind selbstverwaltend, d.h. sie entschieden selbst wer, was, wann und wie erledigt. Das Scrum Team ist für alle produktrelevanten Aktivitäten als Team verantwortlich. Es gibt jetzt kein „Entwicklungsteam“ mehr, sondern nur noch Personen die aus drei unterschiedlichen Perspektiven auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten: PO, ScM und Entwickler. Wobei der Entwickler Begriff je nach Situation unterschiedlich interpretiert werden kann.

Rollen bieten Perspektiven im Teamsport

Hier geht’s nicht um RACI (Technik zur Analyse und Darstellung von Verantwortlichkeiten), sondern darum gemeinsam ein Ziel zu erreichen.

Das Scrum Team verwandelt eine Auswahl der Arbeit während eines Sprints in ein für den Kunden werthaltiges Inkrement. Wenn der Product Owner oder der Scrum Master aktiv an Elementen des Sprint Backlogs arbeiten, dann sind sie nun ebenfalls Entwickler.

Jedes Scrum Event ist eine Chance für Transparenz und Inspizieren und Anpassen

Für die Sprint Planung gibt es eine 3 Frage. Neben den bereits bekannten Fragen der Sprint Planung: Was kann erledigt werden? und Wie erledigen wir die Arbeit? schafft: Wieso ist dieser Sprint wertvoll? oder noch direkter: Wozu gibt es diesen Sprint? den Sinn für den Sprint und bildet und somit die Grundlage für die nachfolgenden Fragen. Damit wird der Fokus auf einen wertschaffendes Ergebnis (Outcome) gelegt.

Drei Commitments für drei Artefakte

  • Das Produktziel ist ein Commitment auf das Product Backlog
  • Das Sprintziel ist ein Commitment auf das Sprint Backlog
  • Die Definition of Done (DoD) ist ein Committment auf das Produkt Inkrement

Sichtbarer Fortschritt in Richtung gemeinsam vereinbarter Ziele

Last but not least. Der Scrum Guide 2020 stellt den kontinuierlichen Fluss von WERTvollen Ergebnissen in den Vordergrund. Es geht um das regelmäßige Liefern im Sprint, statt „abgehacktes Sprinten“ oder „kleine Wasserfälle“. Im Scrum Guide wird das fast schon poetisch so beschrieben: „immer wenn ein Produkt Backlog Item (PBI) die DoD erfüllt, ist ein neues Inkrement geboren“.

Hier findet ihr den Scrum Guide zum Download, in den unterschiedlichsten Sprachen.

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