Digitales Manifest

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Was hat Digitalisierung mit Agile zu tun? Zu diesem Thema hat sich die Agile Usergroup Rhein-Main im April bei wibas getroffen. Das Thema wurde intensiv beleuchtet und diskutiert. Am Ende haben die Teilnehmer ein digitales Manifest verabschiedet.

Digitalisierung, Industrie 4.0 und Agile

Zunächst wurde das Thema Digitalisierung inhaltlich diskutiert. Ist nicht schon alles digital? Ja, vieles schon – aber Digitalisierung geht viel weiter.

Digitalisierung und Industrie 4.0 stehen für das Entstehen von völlig neuen Geschäftsprozessen und -modellen mit Hilfe digitaler Technologien. Digitalisierung bedeutet eine tiefgreifende und umfassende Veränderung. Alte Geschäftsmodelle wie Videotheken oder Enzyklopädien verschwinden und werden durch neue ersetzt: Netflix oder Online-Angebote sind Beispiele hierfür. Aber auch die Tatsache, dass Apple oder Google mit die am höchsten bewerteten Unternehmen der Welt sind, zeigt den Wandel.

Digitalisierung hat gerade erst angefangen – und ist eine Zeitenwende. Die Süddeutsche Zeitung hat dem Thema „Digitales Morgen“ eine ganze Reihe von Artikeln gewidmet. Auch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist Digitalisierung ein wichtiges Thema.

Der Wandel ist groß und tiefgreifend. Unternehmen werden durch die Informationstechnologie nicht mehr nur unterstützt, sondern mit ihr neu entworfen. Der Unterschied zwischen klassischem und neuem Denken und Handeln hat sich zum Beispiel bei der Vorstellung selbstfahrender Autos gezeigt. Auf der Automesse in Detroit haben 2015 die großen Automobilhersteller angekündigt, ab 2017 selbstfahrende Autos ausliefern zu wollen. Wenige Tage später stellte der kleine neue Autohersteller Tesla auf seiner Webseite klar: wir liefern selbstfahrende Autos ab sofort. Die Funktionalitäten dafür werden per Software-Download sukzessive freigeschaltet. Dies ist ein gutes Beispiel dafür, dass nicht nur das Produkt selbst digital anders gedacht ist (es aktualisiert sich ständig selbst), sondern auch der Produktentwicklungsprozess (Funktionen werden früh und regelmäßig ausgeliefert). Während die einen noch auf das selbstfahrende Auto warten, wird es für die anderen sukzessive Realität.

Für diesen Wandel – und um Digitalisierung wirklich zu verstehen – benötigt der Vorstand ein „digitales Gen“ in seiner DNA. Digitalisierung erfordert aber auch neue Fähigkeiten – in der Organisation digitaler Unternehmen. Das erkennen auch die Top Führungskräfte. So hat z.B. der Wirtschaftsgipfel die Frage „Wie geht Führung im digitalen Zeitalter?“ zum Thema.

IMG_3887Diese Themen wurden in einem Open Space intensiv diskutiert. Danach waren sich alle Teilnehmer einig, dass die Erkenntnisse in einem digitalen Manifest münden müssen.

 

Das Digitale Manifest verfasst

Die Digitalisierung braucht die Organisation 2.0: Unternehmen, die eine dynamikrobuste Stabilität beherrschen. Das sind Unternehmen, die charakterisiert sind durch:

• Weg von Silodenken hin zu Geschäftsprozessdenken.
• Weg von Helden hin zu Kollaboration.
• Weg von Spezialisten hin zu Interdisziplinarität.
• Weg von Vorgabe des „Wie“ hin zu Selbstorganisation.
• Weg von Wissensinseln hin zu Vernetzung.
• Weg von festen Arbeitszeiten und -orten hin zu verteiltem Arbeiten.
• Weg von stabilen und trägen Regeln und Abläufen hin zu flexiblen Strukturen
Dafür arbeiten wir und das leben wir vor.

Digitalisierung braucht Agile

Die Schlusserkenntnis war, dass die Organisation 2.0 eine agile Organisation ist, denn es braucht schnelle Reaktionsfähigkeit in einer komplexen digitalen Welt.

Buch: Organisation in einer digitalen Zeit

Mehr zu den Thema findet sich im Buch „Organisation in einer digitalen Zeit“.

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