Certified Scrum Master (CSM) oder Professional Scrum Master (PSM)?

CSM und PSM sind die beiden anerkannten Scrum Master Zertifizierungen. Wo ist der Unterschied?

Scrum Alliance

Die Scrum Alliance war die erste Organisation, die ein Zertifizierungsprogramm rund um Scrum anbot und deren Certified Scrum Master (CSM) die bekannteste Zertifizierung ist.

Scrum.org

Einer der Gründer der Scrum Alliance, Ken Schwaber, verließ diese und gründete eine neue Organisation namens Scrum.org, die eine konkurrierende Zertifizierung namens Professional Scrum Master (PSM) eingeführt hat.

Welche Zertifizierung ist besser?

Es gibt keine „bessere“ Zertifizierung. Was man für sich bevorzugt hängt davon ab, was man von der Zertifizierung erwartet, und was die persönlichen Ziele sind. Ich bin Trainer der Scrum Alliance, aber ich kenne auch gute Kollegen von scrum.org.

Statt CSM von PSM Schulungen zu trennen, würde ich eher zertifizierte Schulungen von unzertifizierten Schulungen unterscheiden. Das jeweilige Niveau von CSM oder PSM hängt viel vom Trainer ab. Dennoch garantieren Scrum Alliance wie Scrum.org Mindeststandards: diese Trainer erzählen zumindest das Richtige und sie haben Erfahrung. Nicht zertifizierte Trainer haben meist nicht den Hintergrund (sonst wäre eine Zertifizierung für sie ein Leichtes).

Punkt für Punkt Vergleich

Hier ist ein Vergleich der beiden Zertifizierungen, Punkt für Punkt.

Certified Scrum Master (CSM) oder Certified Scrum Product Owner (CSPO) Professional Scrum Master (PSM) oder Professional Scrum Product Owner (PSPO)
Zertifi­zierung Durch Training und Test.

Die Philosophie der Scrum Alliance ist, dass die Qualität eines Scrum Masters auf seiner Erfahrung beruht. Daher fußt die Zertifizierung als CSM auf der Teilnahme am Kurs und am Test. Allerdings dient der Test der Reflektion und weniger dem „Rausprüfen“.

Gut für Menschen, die an Hand von Erfahrungen lernen und nicht an Zertifizierungen glauben, die nur auf der Basis von Tests erfolgen.

Der CSM/CSPO wird kritisch gesehen von Menschen, für die strenge Prüfungen ein Qualitätsmerkmal sind.

Durch einen Test.

Die Philosophie der scrum.org ist, dass die Qualität der Zertifizierung als PSM auf einem strengen Test beruht. Das Training ist optional.

Gut für Menschen, die gerne selbst für sich lernen, schon Scrum können, oder die einfach nur eine Zertifizierung suchen.

Der PSM/PSPO wird kritisch gesehen von Menschen, die nichts von Zertifizierungen halten, die nur auf Prüfungen beruhen.

Größte Miss-Nutzung Mensch nimmt an der Schulung teil und sitzt 2 Tage ab, besteht die Prüfung so la-la. Danach rennt er rum und nennt sich „Scrum Experte“. Mensch macht nur die Prüfung, versteht Scrum in der Theorie hat es aber nie erlebt. Danach rennt er rum und nennt sich „Scrum Experte“.
Grundlage Offizieller Scrum Guide – dieser wird von beiden Organisationen (Scrum Alliance und Scrum.org) gemeinsam herausgegeben.

https://www.scrumguides.org

Offizieller Scrum Guide – dieser wird von beiden Organisationen (Scrum Alliance und Scrum.org) gemeinsam herausgegeben.

https://www.scrumguides.org

Kosten Zwischen 1.200 EUR – EUR 1.600 EUR Zwischen 1.200 EUR – EUR 1.600 EUR

Niedrigere Preise deuten darauf hin, dass es kein zertifizierter PST Trainer und kein offizielles PST Training ist, sondern irgendeine Schulung mit anschließender PSM I Prüfung.

Materialien Das „Was“ der Trainings ist standardisiert, aber nicht das „Wie“.

Es gibt detaillierte Standards, was in einem Training behandelt werden muss (die „Learning Objectives“). Diese Standards lassen offen, wie das Wissen vermittelt wird. Das lässt den Trainern sehr unterschiedliche Herangehensweisen: es gibt Trainings, die ganz ohne Folien auskommen und wie ein interaktiver Workshop funktionieren – und es gibt solche mit vielen Folien. Jeder Trainer hat deshalb auch eigenes Material (Folien, Übungen, Bücher).

Gut für Menschen, die keine (Powerpoint-)Folien mögen (weil viele Trainer ihre Schulungen als Workshops gestalten). Gut für Menschen, die sich „ihren“ besten Lernweg suchen, indem sie sich den passenden Trainer aussuchen.

Der CSM/CSPO wird kritisch gesehen von Menschen, denen standardisierte Inhalte, Folien und Übungen wichtig sind.

Das „Was“ und das „Wie“ ist standardisiert.

Es gibt vorgegebene Folien, die in jedem Training gezeigt werden müssen. Darüber hinaus kann ein Trainer eigenes Material haben.

Gut für Menschen, denen standardisierte Inhalte, Folien und Übungen wichtig sind.

Der PSM/PSPO wird kritisch gesehen von Menschen, denen ein eher Workshop-basiertes Lernen oder ein „Training from the back of the room“ am Herzen liegt.

Qualitätsprüfung Die Trainer werden rigoros ausgewählt. Sie müssen mehrere Jahre Certified Scrum Professional sein, mit mehreren bereits zertifizierten Trainern zusammen trainieren und von diesen eine Empfehlung erhalten, und vor eine Kommission treten.

Angleichung der Inhalte erfolgt, indem Trainer mit mehreren anderen Trainern zusammen trainieren müssen. Die Trainingsmaterialien eines Trainers werden geprüft.

Gut für Menschen, die sichergehen wollen, dass Trainer gewisse Mindeststandards erfüllen und die vermittelten Inhalte mit dem Scrum Guide übereinstimmen.

Die Trainer müssen die PSM II Prüfung mit 95% bestanden haben, eine Train-the-Trainer Schulung besuchen und vom Trainer befürwortet werden.

Die Angleichung der Inhalte erfolgt durch standardisierte Folien.

Gut für Menschen, die sichergehen wollen, dass Trainer gewisse Mindeststandards erfüllen und die vermittelten Inhalte mit dem Scrum Guide übereinstimmen.

Risiko: Da die Prüfung ohne Schulung gemacht werden kann, muss die Schulung nicht von einem autorisierten Trainer gehalten werden. Es ist für den Laien häufig nicht erkennbar, ob es sich um eine „PSM Schulung“ oder um eine „Schulung mit PSM-Test“ handelt.

Re-Zertifi­zierung Bei der Re-Zertifizierung zeigt sich die unterschiedliche Philosophie der beiden Bodies.

Bei der Scrum Alliance liegt der Fokus auf der persönlichen Weiterentwicklung. Daher ist alle 2 Jahre eine Re-Zertifizierung notwendig, für die Fortbildung bzw. Erfahrung nachgewiesen werden muss. Außerdem sind mit der Re-Zertifizierung Kosten verbunden (100$). Eine Weiterentwicklung (z.B. als Advanced CSM) umfasst immer die Re-Zertifizierung der „niedrigeren“ Erfahrungsstufen. Wer also A-CSM wird, ist auch CSM.

Gut für Menschen, für die eine kontinuierliche Fortentwicklung ein Qualitätsmerkmal ist.

Die CSM/CSPO Re-Zertifizierung wird kritisch gesehen von Menschen, für die dies reine Geldmacherei der Scrum Alliance ist.

Bei der Re-Zertifizierung zeigt sich die unterschiedliche Philosophie der beiden Bodies.

Bei der Scrum.org liegt der Fokus auf der Prüfung. Diese muss nicht wiederholt werden. Eine Re-Zertifizierung gibt es nicht.

Gut für Menschen, die eine Re-Zertifizierung als reine Geldmacherei ansehen.

Kritisch gesehen von Menschen, die eine Fortentwicklung als Scrum Master (bzw. als Product Owner) als Qualitätsmerkmal sehen.

Weitere Zertifizierungen Auch bei der Fortentwicklung zeigt sich die unterschiedliche Philosophie: Die Scrum Alliance bietet eher einen betreuten Entwicklungsprozess als einen Prüfungsprozess an.

Auch bei der Fortentwicklung zeigt sich die unterschiedliche Philosophie: Die Scrum.org bietet eher mehrere Prüfungsstufen als einen betreuten Entwicklungsprozess an.

Marktanteil 2/3 1/3

 

 

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