CMMI Version 1.3: einfacher und aus einem Guss

Die Capability Maturity Models (CMMI) sind weltweit eine wichtige Basis geworden, um Innovationen und Verbesserungen in Organisationen gezielt umzusetzen. Das Software Engineering Institute (SEI) entwickelt diese Referenzmodelle kontinuierlich weiter, um neue Entwicklungen und Erfahrungen aus der Praxis in die Modelle zu integrieren. Ab sofort ist die aktualisierte Version 1.3 aller drei CMMI Varianten (für Entwicklungs-, Beschaffungs- und Service-Organisationen) verfügbar. Dieser Artikel beschreibt die Änderungen.

Das CMMI v1.3 Modell ist jetzt auch in deutscher Sprache verfügbar. Hier finden Sie das Modell in Buchform. Zum Überblick empfehlen wir unser bewährtes Poster.

CMMI v1.3-Puzzle

Ziele der Version 1.3

Seit der Veröffentlichung von CMMI-DEV v1.2 (2006) wurde es in vielen Unternehmen und Organisationen angewendet und Erfahrungen (z.B. die Umsetzung von „High Maturity“) gesammelt. Zwischenzeitlich wurden mit CMMI-ACQ (2007) und CMMI-SVC (2009) zwei neue Varianten (Constellations) des Modells veröffentlicht. Diese sollten im Kern (16 Prozessgebiete) einheitlich sein. Da aber gleichzeitig Erfahrungen aus der Verwendung in die neuen Constellations eingearbeitet wurden, führte dies dazu, dass die drei Varianten zwar diese 16 gleichen Kern-Prozessgebiete besitzen, diese sich aber in Nuancen unterscheiden.

Das große Ziel der Version 1.3 ist es den besonderen Vorteil der CMMI Referenzmodelle zu optimieren. Sie sind nun „aus einem Guss“ und lassen sich nahtlos kombinieren. Hierzu wurden

  1. das Thema „High Maturity“ aufgrund von Erfahrungen bei der Anwendung überarbeitet,
  2. die Unterschiede der Constellations reduziert, um das Zusammenspiel zu verbessern,
  3. neue Themen und Methoden in die Modelle eingearbeitet und
  4. Anpassungen zum besseren Verständnis vorgenommen.

1. Überarbeitung des Thema „High Maturity“

Bei der Nutzung von statistischen Verfahren zur Steuerung und Verbesserung haben in den letzten Jahren viele Unternehmen konkrete Erfahrungen gemacht. Diese Erfahrungen sind nun in eine Verbesserung der statistischen Praktiken von CMMI geflossen. Die sogenannten „High Maturity“ Themengebiete sind jetzt klarer verfasst, und die Beschreibung der „High Maturity“ Reifegrade wird vereinfacht.

Zusätzlich dazu wurden

  • die generischen Ziele und Praktiken von Level 4 und 5 gestrichen und
  • das Prozessgebiet „Organizational Innovation and Deployment“ (OID) erweitert und inhaltlich angepasst und in "Organizational Performance Management" umbenannt.

2. Verbesserung des Zusammenspiels der Constellations

Um das Zusammenspiel zu verbessern wurde/n

  • für die Kern-Prozessgebiete (Core Process Areas) festgelegt, dass sie in allen Constellations der gleichen Kategorie zugeordnet und in einer der folgenden 3 Kategorien eingeordnet sein müssen: Projektmanagment (Project Management), Unterstützung (Support) oder Prozessmanagement (Process Management). Das führt dazu, dass in CMMI-DEV das Prozessgebiet "Anforderungsmanagement" (Requirements Management) in v1.3 in die Kategorie „Projektmanagement“ wandert.
  • die Inkonsistenzen im Glossar beseitigt. Somit ist der Glossar in v1.3 in allen Constellations gleich.
  • in Anlehnung an CMMI-ACQ und CMMI-SVC die IPPD Addition in CMMI-DEV gestrichen und in Organizational Process Definition und Integrated Project Management übernommen
  • die Praktiken in CMMI, die die Governance bzw. Führungs-Aufgaben einer Organisation beschreiben – die sogenannten generischen Praktiken – an einer zentralen Stelle zusammengefasst. Spezifische Erläuterungen zu den Führungsaufgaben (die „generic practice elaborations“) stehen jetzt zusammengefasst unter der jeweiligen generischen Praktik.

3. Einarbeitung aktueller Themen und Methoden in die Modelle, z.B. agile Methoden

CMMI ist ein „Raster“, um die Arbeitsweisen und Methoden der eigenen Organisation systematisch zu gestalten. Dazu führt CMMI bewährte Praktiken auf, die das „Raster“ bilden, an Hand dessen man die eigenen Arbeitsweisen und Methoden systematisch betrachten und gestalten kann. Bei den Praktiken führt CMMI Beispiele auf, wie eine Umsetzung aussehen kann. Gerade in den letzten Jahren haben sich viele agile Methoden etabliert, die jetzt als Beispiele in der Version 1.3 des CMMI für Entwicklung aufgenommen wurden.

4. Anpassungen zum besseren Verständnis vorgenommen

Neben diesen größeren Anpassungen und Ergänzungen wurden noch viele kleinere Änderungen vorgenommen, um die Modelle zu vereinfachen und die Verständlichkeit zu verbessern. Beispiele für diese Anpassungen sind:

  • Die Beschreibung der generischen Praktik 3.2, wird klarer gefasst, um den kontinuierlichen Verbesserungsaspekt deutlicher zu machen.
  • Der Begriff „typisches Arbeitsergebnis“ wird durch „Beispiel-Arbeitsergebnis“ ersetzt, um deutlicher zu machen, dass es sich um Beispiele handelt.
  • Eine Unterpraktik zur Ursachenanalyse (eine CAR-ähnliche Unterpraktik) wird zum fortgeschrittenen Projektmanagement (IPM) hinzugefügt, um darzustellen, dass eine Ursachenanalyse auch ohne statistische Verfahren sinnvoll ist.
  • Im Prozessgebiet „Messung und Analyse“ (MA) wurde eine Tabelle mit Beispielen hinzugefügt.
  • Im CMMI für Services wird der Begriff „Projekt“ durch den Begriff „Arbeit“ ersetzt. So spricht CMMI-SVC jetzt nicht mehr von „Project Planning“, sondern von „Work Planning“. Dadurch werden die Praktiken insbesondere im Umfeld von Service-Teams verständlicher.

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